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11.03.2009 | 13:40 - GZSZ Starblog
Ich bin Kunstflieger!
Hallo meine lieben Freunde,

ich hoffe es geht euch gut und ihr seid oft genug Spazieren gewesen, bei diesem schönen Wetter. Ihr wisst ja, dass ich ein leidenschaftlicher Flieger bin und ich meistens gleich alles auf einmal machen möchte. Doch bei einer Sache wollte ich mir ein wenig länger Zeit lassen, um auf mein Bauchgefühl zu hören. Vor zwei Wochen war es dann so weit: Der Mut und die Lust packten mich und ich begann eine Kunstflugausbildung.
Ja, richtig gelesen, Kunstflugausbildung! Vor zwei Jahren hätte ich mir das noch nicht zugetraut!
Kunstfliegen bedeutet ein Flugzeug in Fluglagen zu versetzen, die abweichend der Normalfluglage sind. Die prüfungsrelevanten Kunstflugfiguren sind zum Beispiel: Looping (also eine senkrechte Rolle fliegen), ein halber Looping, eine Rolle horizontal, ein Turn (senkrecht nach oben fliegen, bis die Fahrt auf einen bestimmten Wert abgenommen hat und anschließend im Sturzflug wieder runter).

Jedenfalls ist das eine ziemlich spannende, aber auch anstrengende Ausbildung. In den ersten Ausbildungsminuten wusste ich gar nicht wie mir geschieht, alles drehte sich und ein leicht flaues Gefühl hatte ich auch im Magen! Das vergeht aber ziemlich schnell. Der Körper gewöhnt sich rasant an das Vielfache des eigenen Körpergewichts, auch G-Kräfte genannt (G steht für Gewichtskraft).
Die Ausbildungseinheiten haben mir so viel Spaß gemacht, dass ich motiviert war, alles so intensiv wie möglich durchzuziehen.
 
Die Prüfung
Ein kalter Wind aus südlicher Richtung fegt über die Piste von Schönhagen. Die Sonne blitzt aus den hoch liegenden Wolkenfeldern hervor.
Es lag ein besonderes Gefühl in der Luft. In weiter Ferne waren schon die ersten Fliegerkollegen unterwegs und zogen ihre Bahnen.
Vor jeder Flugprüfung gehe ich die Aufgaben nochmal durch, damit für mich Klarheit über das von mir Abverlangte besteht. Leider habe ich das die ganze Nacht zuvor gemacht und bin ein wenig müde, die Aufregung lässt dieses unwichtige Gefühl aber schnell verschwinden ;)

Es ist so weit: Der Prüfer, Herr Seibt, ist ein Kunstflugprofi und hat schon meine erste Flugprüfung zum Privatpiloten abgenommen. Er spricht mit mir nochmal die Vorgehensweise ab. Ich lasse die 180 PS der Kunstflugmaschine aufheulen und fordere nach dem Start den Einflug in den Luftraum Charly. „d-ehgq, r200, aerobatic flight overhead schönhagen, up to 5000ft, departuered schönhagen, request entering the airspace charly.”
In der Luft ist dann alles wie ein Film, der vor den eigenen Augen abläuft. Wie von selbst spult sich das ganze zu fliegende Programm ab, du machst einfach das, was man dir beigebracht hat und es ist total - mit Verlaub - geil!!!!!!!!!! Das Prüfungsprogramm wird einmal linksrum und einmal rechtsrum geflogen, das heißt, dass eine Rolle im ersten Teil des Programms erst rechts- und im zweiten Teil linksrum geflogen wird. Nach der Landung und Milliarden Schmetterlingen im Bauch bekomme ich die schöne Nachricht, bestanden zu haben. Wow, was für ein Gefühl!

Ich hoffe, der kleine Ausflug in die Fliegerei hat euch gefallen. „Meine Damen und Herren, wir haben den Flughafen von Potsdam-Babelsberg erreicht. Bitte bleiben sie bis zum Erreichen der Parkposition angeschnallt. Wir bedanken uns, dass sie mit Schlönair geflogen sind. Passagieren, die ihre finale destination noch nicht erreicht haben, wünschen wir eine sichere Weiterreise.

Schüss ohne t euer captain Jörn
 

 

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